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Burgen in Bayern
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Burgruine Loch


Burgruine Loch
Burgruine Loch

Die Burgruine Loch liegt im Landkreis Regensburg und gehört seit jeher zur Gemeinde Nittendorf. Gegenüber der Ortschaft Eichhofen, wo eine Brauerei seit mehr als 300 Jahren ansässig ist, liegt malerisch der weithin sichtbare Turm mit einigen noch erhaltenen Umfassungsmauern. Circa 40 m über dem Wasserspiegel der Schwarzen Laber befindet sich die Burgruine Loch, die in unserer Gegend einen einzigartiger Burgtyp darstellt, gehört sie doch zu den nur zwei erhaltenen Höhlenburgen in Bayern. Im romantisch gelegenen Labertal prägt der Bergfried das Landschaftsbild in dieser Gegend heute noch nachhaltig.

Bereits in grauer Vorzeit boten die Locher Höhlen dem Menschen Schutz und Wohnstädte. Grabungen aus dem Jahre 1947 haben ergeben, dass schon der "Neandertaler" in diesen Höhlen lebte. Die Lage der Höhle war für die Steinzeitmenschen ideal. Nahe am Laberfluss und doch vor der Witterung geschützt machte er reiche Jagdbeute wie die Funde von Mammut, Nashorn, Höhlenbär, Wildpferd, Edelhirsch, Urrind, Steinbock usw. belegen.

Der Name Loch wurde früher auch "Lueg" oder "Lug" geschrieben und bedeutet Höhle. Aber auch Loch, das sich vom Altdeutschen "loh" ableitet und bereits im Mittelhochdeutschen "loch" ihre heutige Form fand, heißt auch soviel wie Höhle oder Versteck. So erhielt nicht nur die Burg ihren Namen von Höhlen, sondern auch der an der Laber entlang hinziehende Ort am Fuße des Berghanges. Ob es auch im 12. Jahrhundert ein Adelsgeschlecht zu Loch gab ist strittig.

Die Geschichte der Burg
Die Entstehung der Burg dürfte in die Mitte des 14. Jahrhunderts fallen, was die erste Erwähnung der Rammelsteiner zum Loch im Jahre 1380 urkundlich bestätigt. Die Rammelsteiner blieben bis zu ihrem Aussterben im Besitz der Burg Loch, ließen diese aber durch Pfleger verwalten. Die mehrmals im 15. Jahrhundert genannte Veste oder Schloss zu Loch wird aber bereits Ende des 16. Jahrhunderts als baufällig bezeichnet. So dürfte gesichert sein, dass die Burg nicht erst im Schwedenkrieg (1618- 1648) zerstört wurde. Nach dem Tod der letzten Rammelsteiners Sebastian 1556 kam es zu langwierigen Erbstreitigkeiten um die Burg Loch. Laut Testament vermachte er seiner Frau Margarethe geb. Rayger die Burg Loch und alle weiteren Güter. Wolf Heinrich Sauerzapf, sein Neffe, legte aber Protest dagegen ein. Erst 1573 wurde laut Urteil die Burg Loch Wolf Heinrich Sauerzapf von Schönhofen zugesprochen. Bereits 1596 wird die Burg Loch zum Wohnen als zu unbequem bezeichnet. Spätestens im Jahre 1625 als Veit Philipp Sauerzapf die Hofmarken Loch und Schönhofen zusammen besaß und seinen Sitz nach Schönhofen verlegte, dürfte die Burg ihre Funktion verloren haben, so dass der Verfall sich fortsetzte. Christoph von Sauerzapf vermachte die Burg Loch nach seinem Tode (+ 1714) dem Karthäuserkloster Prüll bei Regensburg, wo sein Bruder als Mönch lebte. 1792 wird die Burg Loch als ein ganz zusammengefallenes Schloss bezeichnet. Bei der Säkularisation wurde die heruntergekommene Burgruine Loch dem Bayerischen Staat zugesprochen, worauf sie später die Gutsbesitzer von Eichhofen erhielten. Somit müsste sie folgende Besitzern gehört haben: Freiherr Franz Xaver von Lerchenfeld dürfte der erste gewesen sein, der die Burg Loch vom Staat erhielt. 1805 ging die Hofmark Eichhofen an den Regierungsrat und Landrichter von Waldmünchen Anton von Schmaus. Er blieb bis 1825 im Besitz von Gut Eichhofen. Von 1825 bis 1841 übernahm Freiherr von Axter Eichhofen. Ab 1841 übernahm Wilhelm Neuffer, Großhändler aus Regensburg mit seinem Schwager Georg Neuffer Eichhofen. Wilhelm Neuffer war auch Inhaber des Handelshauses "Hammerschmidts Eidam" in Regensburg und Mitglied der Abgeordnetenkammer des Bayerischen Landtags, wo er 1873 zum lebenslänglichen Reichsrat der Krone Bayerns berufen wurde. 1893 stirbt Wilhelm von Neuffer. Sein Neffe Wilhelm Neuffer übernahm das Gut Eichhofen und behielt es bis 1936 im Besitz. Seit dieser Zeit sind Günther und Dietlinde von Braunbehrens, geb. Freiin von Werthern, Besitzer des Schlossgutes Eichhofen. Letzte Besitzerin war Frau Ingeborg Schönharting geborene Braunbehrens.  

Rundgang durch die Burg
Der rechteckige Grundriss der Burganlage ist vom Felsen über der Ruine aus gut sichtbar und misst ca. 85 x 27 m. Betritt man durch ein kleines Tor von Süden her die Burg, so kann man die ca. 90 cm starke Mauer, die relativ gut erhalten ist bewundern. In diese Südmauer einbezogen befindet sich auch der runde Bergfried, der mit Bruchsteinquadern errichtet ist. Im inneren des Bergfriedes lassen sich vier Geschosse erkennen, wobei sich von unten nach oben die Mauerstärke von 2,10 m auf ca. 50 cm verjüngt. Talwärts, in Richtung Westen, befindet sich am Bergfried ein kleiner Erker. Der noch sehr gut erhaltene ca. 22 m hohe Turm wurde 1989 fachmännisch restauriert. Die Westmauern stützen aufgefülltes Material und brachen hin und wieder ein, wobei es von 1987 bis 1990 immer wieder zu Steinschlägen an den darunter liegenden Gebäuden kam. Sicherungsmaßnahmen in den Jahren 1990/91 wurden deshalb notwendig. Der Steinschlag und die Haftungsfrage waren mit Anlass, warum die Burg heute herrenlos ist. Von der Nordmauern sind nur noch wenige Mauerreste erhalten. Vermutlich war dieser auch ein Graben vorgelagert worin sich ein Zugang befand. Im Osten wird die Burganlage von natürlich gewachsenen Kalkfelsen begrenzt. Die Höhlenräume, die steinzeitliche Funde aufweisen, waren Wohn- und Aufenthaltsräume. Ein verzweigtes Höhlensystem mit kleineren Nebenhöhlen gab natürlichen Schutz. Die große Haupthöhle mit einem Grundriss von 12,5 x 7 m war mit Bruchsteinen ausgemauert und mit Holz verschalt. Beheizt wurde die Wohnhöhle durch eine Feuerstelle die heute noch sichtbar ist. Am Ende der letzten Höhle schließt ein weiteres gemauertes Gebäude an, von welchen noch Mauerreste erhalten sind. In der Burganlage befand sich ein Brunnen und ebenso eine Kapelle die den hl. Leonhard geweiht war. Leonhard Rammelsteiner stiftete 1437 auch eine ewige Messe für diese Kapelle in der Veste Loch. Eine Zeichnung aus dem Jahre 1718 gibt uns vielleicht näheren Aufschluss auf das Aussehen der Burg in früherer Zeit.

Der sagenumwobene Gang zur Räuberhöhle in Etterzhausen
Eine Erzählung, die um die Jahrhundertwende schon die Runde machte und 1914 schriftlich belegt ist, besagt, dass es von einen der zahlreichen Höhlengänge einen Durchgang zur Räuberhöhle in Etterzhausen gab. Immer wieder suchte die Dorfjugend nach diesem Gang. So hatten um 1920 zwei Jungen ein kleines Loch gefunden, durch die sie nur mit Mühe und auf dem nassen lehmigen Boden kriechend durchschlüpfen konnten. Nach einem kurzem Stück waren sie an einer Öffnungen mit einem tiefen Abgrund angelangt. Durch diesen Abgrund aufgeschreckt und voller Angst nahmen die beiden Jungen die Rückweg durch die Enge, um wieder ins Freie zu gelangen. Sollte dieser von den Jungen gefundener Gang der Durchgang nach Etterzhausen gewesen sein? Fachleute allerdings behaupten, das es diesen Durchgang nie gegeben hat.

Anfahrt
Loch liegt wenige Kilometer westlich von Regensburg nahe Nittendorf. Am besten erreicht man Loch über die A3, Abfahrt Sinzing. Von dort weiter bis Alling, rechts dem Labertal folgen und immer am Fluss entlang bis Eichhofen. Der Ortsteil Loch und die gleichnamige Burgruine liegen gegenüber Eichhofen an einem Hang über der Schwarzen Laber. Bis auf die Höhe der Ruine führt ein steiler, aber befahrbarer Weg, den man dann nach rechts zu Fuß verlassen muss.

Parkplätze
Beschränkte Parkmöglichkeiten im Ort

Informationen
Markt Nittendorf 
Telefon 09404/642-0 
www.nittendorf.de